Traumfänger einer schöneren Welt

Lichtlösung für Hundertwasser-Ausstellung im Kunstmuseum Lindau

Zur Eröffnung des neuen Kunstmuseums am Inselbahnhof zeigt das Lindauer Kulturamt in Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Gemeinnützigen Privatstiftung Wien im Rahmen einer Sonderausstellung ab 6. April 2019 Arbeiten von Friedensreich Hundertwasser. Zumtobel lieferte dazu die Lichtlösung.

Hundertwasser, 839 Die dritte Haut, 1982. © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Vom 6. April bis 29. September 2019 zeigt das Kunstmuseum Lindau in seiner neuen Spielstätte unter dem Titel "Friedensreich Hundertwasser. Traumfänger einer schöneren Welt" originale Gemälde, Grafiken, Architekturentwürfe und einen kostbaren Knüpfteppich des österreichischen Universalkünstlers, dessen Werke so schillernd sind, wie sein Name selbst. Er erhielt weltweit Anerkennung für seine Kunst und seinen Einsatz für eine schönere Welt, für ein Leben in Harmonie mit der Natur und der individuellen künstlerischen Entfaltung. Zumtobel steht der Ausstellung lichtberatend und als Sponsor zur Seite und unterstützt die Ausstellung des Wiener Künstlers.

Zumtobel beleuchtet die neue Ausstellung des Wiener Künstlers Friedrich Hundertwasser im Kunstmuseum der Stadt Lindau. © Christian Flemming
Hundertwasser, 909 Die endlose Stadt, 1987/88. © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Friedensreich Hundertwasser – Traumfänger einer schöneren Welt

Die Werke von Friedensreich Hundertwasser sind farbenfroh, facettenreich und zeugen von der tiefreichenden Kreativität einer vielseitigen Künstlerpersönlichkeit. Er agierte nicht nur als Maler sondern auch als experimentierfreudiger Grafiker, selbsternannter Architekturdoktor und Umweltaktivist. Seine Werke entstanden als Ernte seiner Träume. Sein Einfallsreichtum und sein ökologisches Vordenken kamen dabei nicht nur in seinen Bildsujets zur Geltung, sondern auch in seinen Architekturprojekten, die stets auf eine natur- und menschengerechtere organische Bauweise abzielten. Er hinterlässt uns ein vielschichtiges Werk, in dem er oftmals gesellschaftskritische Positionen bezog. Hundertwasser beherrschte und erneuerte viele grafische Techniken, setzte verschiedene Druckverfahren in einem Blatt ein und arbeitete sogar mit Metallfolien oder fluoreszierenden Farben. Für seine Gemälde verwendete er unterschiedlichste Farben wie Ölfarben, Acryl, Aquarell, Tusche, Kreide oder Kohlestifte und nutzte häufig ihre spezielle Wirkung. So entstanden zum Teil intensiv leuchtende Werke in sogenannter "Mischtechnik".

Inspiration für seine Arbeiten fand er in jungen Jahren unter anderem in den Vorbildern der frühen Avantgarden wie der Wiener Secession um Gustav Klimt oder Egon Schiele, aber auch bei dem Malerpoeten Paul Klee. Als Mitglied der internationalen Avantgarde in den 1950er-Jahren in Paris entwickelte Hundertwasser seine einzigartige Bildsprache. Die Ausstellung nimmt daher vor allem die Werke aus den 1950er bis 1970er Jahren in den Fokus, die Hundertwassers intensivste Schaffenszeit repräsentieren. Hundertwassers vielfältige künstlerische Tätigkeiten und die Bezüge seines Schaffens zu Themen rund um die Natur, die Ökologie und den Umweltschutz bieten auch einen hervorragenden Anknüpfungspunkt für die museumspädagogischen Workshops und Führungen, die begleitend zur Sonderausstellung für interessierte Schul- und Kindergartengruppen angeboten werden.

Hundertwasser, 87 Teil eines Dampfers, 1950. © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz
Hundertwasser, 475 Blutregen tropft in japanisches Wasser, das in einem österreichischen Garten liegt, 1961. © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Hundertwasser und Lindau

Schon der Name des Künstlers, Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt, verrät seine besondere Beziehung zum Element Wasser. Hundertwasser, der Zeit seines Lebens gerne auf seinem Schiff "Regentag" die Welt bereiste, setzte sich immer wieder für den Schutz der Meere ein. Gerade der Bezug zur Wasserthematik in den malerischen Werken des Künstlers bietet Lindau als Insel im Bodensee als dem größten Trinkwasserreservoir Deutschlands einen besonders passenden Anknüpfungspunkt.

Nachdem bereits bei den vergangenen Projekten neben bedeutenden europäischen Privatsammlungen auch renommierte öffentliche Häuser wie die Kunstsammlungen Chemnitz, die Kunsthalle Emden, das Kunstmuseum Würth, die Nationalgalerie Berlin oder das Zentrum Paul Klee in Bern zu den Leihgebern zählten, ist es dem Lindauer Kulturamt für 2019 gelungen, die namhafte Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung Wien als Kooperationspartner zu gewinnen. Sie stellt die Mehrzahl der kostbaren Originale als Leihgaben für die Präsentation in Lindau zur Verfügung. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der umfangreichen Cavazzen-Sanierung für das Lindauer Kulturamt ein Glücksgriff, da die Kapazitäten, um eine eigene Sonderausstellung zu kuratieren, in diesem Umfang nicht vorhanden gewesen wären. Damit bekommt die Stadt Lindau und die gesamte Bodenseeregion auch für das Jahr 2019 eine überregionale Werkschau als Ausstellungshighlight.

Hundertwasser, 756 Antipodische Insel, 1975. © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz