Das Tor zum Reich der Schätze

Neues Eingangsgebäude auf der Berliner Museumsinsel | DE

Die James-Simon-Galerie ist das neue Entrée der Berliner Museumsinsel. Ab August 2019 dient es als zentrale Anlaufstelle für Besucher aus aller Welt. Aber es wäre unangebracht, dieses schlanke, grazile Bauwerk seinem bloßen Nutzen zu unterwerfen. Nicht nur funktional, sondern auch architektonisch verbindet das Gebäude von David Chipperfield Architects Berlin die einzelnen Museen zu einem Ensemble. Es bietet dem Publikum ein wunderschönes Areal zum Flanieren und Verweilen. Zumtobel begleitete die langjährige Planungs- und Bauphase als kompetenter Lichtpartner und entwickelte ein maßgeschneidertes Beleuchtungskonzept.

Nicht nur funktional, sondern auch architektonisch verbindet das Gebäude von David Chipperfield Architects Berlin die einzelnen Museen zu einem Ensemble. © Zumtobel

Es ist eine gelungene Willkommensgeste: Die breite Freitreppe zur James-Simon-Galerie ist eine architektonische Einladung, die Berliner Museumsinsel zu betreten und in das Reich der großen Kunstschätze einzutauchen. Benannt ist das neue Besucherzentrum nach dem Unternehmer und Kunstmäzen James Simon (1851-1932). Ihm haben die Staatlichen Museen Berlin unter anderem die weltberühmte Büste der Nofretete und das Ischtar-Tor zu verdanken.
Die James-Simon-Galerie schafft oberirdisch eine direkte Anbindung zum Pergamonmuseum und verbindet dieses über die Archäologische Promenade mit dem Neuen Museum, dem Alten Museum und dem Bode-Museum. Von der Freitreppe bewegt sich der Besucher zunächst in das großzügige Foyer des Gebäudes. Dort kauft er sein Ticket, genießt den Blick von der Terrasse und verweilt im Café. In den unteren Geschossen befinden sich wechselnde Ausstellungen, das Auditorium, der Museumsshop und die Garderobe.

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Große Architektursprache

Weite Bereiche der James-Simon-Galerie werden auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein und den öffentlichen Raum auf der Museumsinsel erweitern. Die großzügige Architektursprache schafft einen fließenden Übergang zwischen innen und außen. Elemente wie Oberlichter, Kolonnaden und Freitreppe lassen ein Gebäude entstehen, „dass die Zugänglichkeit der Museen und der Schätze, die sie bergen, feiert – und zum Flanieren einlädt.“ So beschreibt Alexander Schwarz, Partner im Büro David Chipperfield Architects Berlin und Design Director des Projektes, den Entwurf. Die Architekten schufen eine stilistische Anlehnung an die anderen Baumeister, die die Museumsinsel geprägt haben – unter anderem Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler. Und transformierten das Bauwerk in gleichem Maße in unsere Zeit. Zum Beispiel durch die Wahl zeitgenössischer Materialien wie Glas, Beton und Naturstein.

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Offene Architektur

Die von Tageslicht geprägte, offene Architektur mit Kunstlicht optimal zu inszenieren, war eine große Aufgabe für die Lichtplanung. Darüber hinaus hieß es, alle Gewerke in einem Kanal für den Besucher unsichtbar zu bündeln, um die klare Struktur des Baukörpers zu unterstreichen. Zumtobel entwickelte mit diesem Auftrag die passenden Licht- und Medienkanäle. Sie ziehen sich durch die Betondecke des gesamten Gebäudes und integrieren zugleich Lautsprecher und Sprinkleranlage. Die indirekte Beleuchtung ergänzt das natürliche Tageslicht tagsüber, dort wo es nötig ist und lässt das Besucherzentrum zusätzlich im Dunkeln von innen dezent leuchten.

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Flexibilität bei Beleuchtung

Für eine größtmögliche Flexibilität bei der Raum- und Exponat-Beleuchtung im Auditorium und in den Ausstellungsbereichen wählte Zumtobel unter anderem die Leuchten CIELUMA und ARCOS. Die Deckenleuchte CIELUMA besteht aus quadratischen Gewebe-Licht-Modulen. Bemerkenswert ist der sanfte Lichtverlauf vom Rand zur Mitte der Leuchte. Eine Farbtemperatur von 3800 K sorgt dabei für eine angenehme und gleichmäßige Grundbeleuchtung im Raum. CIELUMA bietet noch einen weiteren Vorteil für die Besucher: Das Akustik-Gewebe absorbiert den Schall und mindert dadurch unerwünschte Umgebungsgeräusche im Raum. Für ungestörten Kunstgenuss. Eine optimale Inszenierung der Exponate übernehmen ARCOS LED-Spots. Die Strahler bieten eine akzentuierte Beleuchtung der Ausstellungsobjekte, eine hohe Farbwiedergabe (Ra > 90) und hervorragende Lichtqualität. Das UV- und IR-freie Licht schont zudem die empfindlichen Kunstwerke. Dank der tunableWhite-Technologie lässt sich die Farbtemperatur je nach Ausstellungsobjekt individuell einstellen. So kommen Farben und Materialien perfekt zur Geltung.
 
Eine weitere Sonderleuchte entwickelte Zumtobel für die zweite Ebene der James-Simon-Galerie. In einen Lichtwürfel aus dünnen Marmorplatten wurde die Hallenleuchte CRAFT eingehängt, deren Licht breit und zugleich präzise abstrahlt. Das Ergebnis: eine angenehme Beleuchtung und ein echter Blickfang!

Für eine größtmögliche Flexibilität bei der Raum- und Exponat-Beleuchtung im Auditorium und in den Ausstellungsbereichen wählte Zumtobel unter anderem die Leuchten CIELUMA und ARCOS. © Zumtobel

Herausforderung bei Lichtplanung

Bei der Lichtplanung für die James-Simon-Galerie waren besondere Herausforderungen für Zumtobel zu meistern. So lange sich die Planungs- und Bauphase eines musealen Gebäudes hinziehen kann, so rasant verläuft zugleich die Entwicklung der LEDs. Das bedeutete auch, die Lichtplanung immer wieder auf den neuesten Stand zu bringen und flexibel anzupassen. Bei der Beleuchtung von Architektur sei es entscheidend, ihre Wahrnehmung in der Realität zu testen und dann die Technik darauf abzustimmen, so der Architekt Alexander Schwarz. Für diesen Diskussionsprozess und „das Ausprobieren am lebenden Objekt“ habe sich Zumtobel immer offen und sehr professionell gezeigt, beschreibt er die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Leuchtenhersteller. Die James-Simon-Galerie ist dabei nicht das einzige Projekt, bei dem Zumtobel und David Chipperfield Architects zusammenwirkten. So entwickelte David Chipperfield für Zumtobel den Museumsstrahler ARCOS und gestaltete den Geschäftsbericht 2012/2013 der Zumtobel Group.

Elemente wie Oberlichter, Kolonnaden und Freitreppe lassen ein Gebäude entstehen, „dass die Zugänglichkeit der Museen und der Schätze, die sie bergen, feiert – und zum Flanieren einlädt“. © Zumtobel