Licht als flexible Konstante

Die neu strukturierte Sammlung im Stedelijk Base, Amsterdam | NL

Wie eine gigantische Badewanne präsentiert sich der von Architekt Mels Crouwel von Benthem Crouwel Architects entworfene Erweiterungsbau des altehrwürdigen Stedelijk Museums in Amsterdam. Die frei platzierbaren Stellwände von Rem Koolhaas und seinem Team von AMO eröffnen immense Spielräume. Für die Kuratoren. Für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Für die Besucher. Und sie eröffnen allen dreien mit großer Leichtigkeit immer wieder neue Wege. Die maßgeschneiderten Zumtobel LED-Lichtlösungen bilden hierfür den geeigneten Rahmen.

Eine Badewanne?! Ja, darüber sind sich in Amsterdam alle einig: Der vor sechs Jahren eröffnete Erweiterungsbau des altehrwürdigen Stedelijk Museums sieht aus wie eine riesige Badewanne. Nach einem großartigen Entwurf von Benthem Crouwel Architects. Da ist die fugenlos weiße Kunststoffhülle. Oder die gerundete Form mit den nach außen geneigten Seiten. Aber auch der Eindruck, dass die Wanne in der Luft zu schweben scheint. Unter ihr befindet sich der rundum verglaste neue Eingangsbereich mit Foyer und Café. Elegante Leichtigkeit und lichtdurchflutete Offenheit. Genau das Richtige, wenn es darum geht, Menschen dazu zu animieren, voller Neugier ein Gebäude mit modernen Kunstwerken zu betreten.

Leichtigkeit und Offenheit kennzeichnen auch das Stedelijk Base – einen stützenfreien, rund sechs Meter hohen White Cube unter dem Museumsvorplatz. Der 1100 Quadratmeter große Ausstellungsraum wurde 2017 neu gestaltet, um unterschiedlichste Kunstwerke, Designobjekte und Möbel aus der Zeit des Fin du Siècle bis in die Postmoderne von 1980 in einem Raum zu präsentieren. Architekt Rem Koolhaas war hier die treibende Kraft, zusammen mit AMO, dem Forschungsstudio seines Architekturbüros OMA.

Besucher betreten das Stedelijk Base an der Längsseite. Ihr Blick ist zunächst beschränkt auf nur wenige Kunstobjekte. Er wandert von einer schräg gestellten Stellwand zur nächsten. Diese dünnen, freistehenden Wände sind unterschiedlich hoch, mal weiß, mal dunkelgrau. An manchen hängen Poster, Gemälde oder Textilien, an anderen sind Glasvitrinen befestigt oder Sockel für Skulpturen. Die Positionierung der Wände lässt die Besucher unwillkürlich nach rechts gehen. Mit jedem Schritt eröffnen sich neue Blickachsen und Räume. Weitere Exponate werden sichtbar. Es ist als befände man sich in einer dicht bebauten Stadt: Hinter jeder Ecke warten neue Überraschungen.

Die hier erlebte Vielfalt wirkt anregend, sie lädt zum intuitiven Entdecken ein und schärft die Sinne – für die Kunstobjekte, aber auch für die Ausstellungsgestaltung. Verfügt das, was gerade noch wirr erschien, wohl doch über eine höhere Ordnung? Schließlich wird klar, dass die Arbeiten entlang der Außenwände chronologisch und jene an den mittig freistehenden Stellwänden thematisch geordnet sind. Bei näherer Betrachtung fällt überdies auf, dass die extrem eleganten Stellwände aus extrem dünnen, extrem präzise gefügten Stahlplatten bestehen. Eine weitere Frage kommt auf: Wie kann es sein, dass man nirgendwo das Gefühl hat, sich in einem Untergeschoss zu befinden? Die Antwort liegt zum Teil in der freien Anordnung drei Meter hoher Stellwände in einem doppelt so hohen Raum. Nicht nur beim Blick zur Decke wird jedoch klar: Wesentlich ist auch das angenehm weiche Licht, das den gesamten Raum erfüllt. Ein Licht, das die Exponate, so unterschiedlich sie sind, optimal zur Geltung bringt.

In enger Abstimmung mit den Planern entwickelte Zumtobel eine maßgeschneiderte LED-Lichtlösung: Parallel im Abstand von 2,30 Metern an der Decke montierte SLOTLIGHT infinity tunableWhite LED-Linienleuchten erzeugen zuallererst eine Art homogenen Lichtteppich. Dank des Farbwiedergabeindexes (CRI) > 90 gewährleisten die Lichtlinien zudem eine hohe Lichtqualität und Farbechtheit. Hinzu kommt die Möglichkeit über die Technologie tunableWhite, jede der innerhalb der Lichtbänder rund einen Meter langen Leuchten individuell zu dimmen und deren Farbtemperatur stufenlos zwischen 2700 to 6500 K zu variieren. So lassen sich unterschiedliche Ausstellungsbereiche je nach Art der gezeigten Kunstwerke und der konservatorischen Anforderungen mühelos unterschiedlich beleuchten. Die in Raumquerrichtung montierten Linienleuchten mit elegantem Aluminiumgehäuse sorgen für eine äußerst klar strukturierte Deckengestaltung. Diese konkurriert nicht mit den kreuz und quer stehenden Stellwänden. Im Gegenteil. Sie schafft einen ruhigen Hintergrund, vor dem sich die wunderbar hierarchielose Ausstellungsarchitektur umso kraftvoller entfalten kann.
 
Bei einem zweiten Blick nach oben sind in Raumlängsrichtung flächenbündig in die Decke integrierte Stromschienen zu erkennen. Ebenfalls parallel angeordnet und jeweils zwei Meter voneinander entfernt, nehmen sie ARCOS LED-Strahler auf, die – ebenso präzise wie stimmungsvoll – einzelne Meisterwerke akzentuieren. Mit einem Farbwiedergabeindex (CRI) von 98 sowie einer Farbtemperatur von 3000-4000 K bieten sie maximale Lichtqualität und Farbechtheit – und maximalen Kunstgenuss.

Die frei positionierbaren Stellwände geben den Besuchern keine heutzutage üblichen, vordefinierten Wege durch die Ausstellungslandschaft vor. Außerdem eröffnen sie den Kuratoren immense Spielräume für viele alternative Raumkonfigurationen. Als Reaktion hierauf bieten die Zumtobel LED-Lichtlösungen eine Art flexible Konstante. Und sie schaffen jene gestalterische Freiheit, die im Zusammenspiel mit dem Ausstellungskonzept mit großer Leichtigkeit vergessen macht, dass sich das Stedelijk Base viele Meter unter der Erde Amsterdams befindet. Für die Besucher bedeutet das, dass hier nichts als sie selbst und die Wahrnehmung der Kunst im Vordergrund stehen.