"Blaue Stunde – Blue Hour"

US-Designstudio Diller Scofidio + Renfro gestaltet aktuellen Geschäftsbericht der Zumtobel Group

Die "Blaue Stunde" als natürliches Licht-Phänomen ist das Thema des künstlerischen Geschäftsberichtes 2015/2016 der Zumtobel Group. Der Bericht wurde dieses Jahr vom New Yorker Designstudio Diller Scofidio + Renfro, unter der Leitung von Gründerin und Partnerin Elizabeth Diller als Kreativ-Direktorin gestaltet und reiht sich als Jubiläumsband in eine bemerkenswerte Sammlung von 25 künstlerisch gestalteten Büchern. Bereits seit 1992 beauftragt die Zumtobel Group renommierte Gestalter aus den Bereichen Architektur, Grafikdesign und Kunst sich mit dem Thema Licht und der Zumtobel Group künstlerisch auseinanderzusetzen.

Als übergeordnetes Thema des Geschäftsberichts wählten Elizabeth Diller und ihr Kreativ-Team das eindrucksvolle Licht der sogenannten "Blauen Stunde" – einer kurzen Periode in der Dämmerung, am Scheitelpunkt zwischen Tag und Nacht. "Im Spektrum der 'Blauen Stunde' leuchten die Farben intensiver, Schatten und Licht werden diffuser und Gebäude sehen irgendwie sexy aus", beschreibt Architektin Elizabeth Diller ihre Sicht auf das Licht-Phänomen. "Es ist der Moment, in dem das Natürliche den Rückzug antritt und die Zivilisation das Ruder übernimmt. Die Straßenbeleuchtung geht an und auch in den Gebäuden wird das Licht eingeschaltet. Es ist die Tageszeit, in der natürliches Licht nicht mehr ausreicht und wir dem 'unnatürlichen' Licht ausgesetzt sind."

Magisches Licht erzählt rätselhafte Geschichte

Das Ergebnis dieser intensiven Auseinandersetzung mit Licht ist ein außergewöhnliches Fotoprojekt, das Diller Scofidio + Renfro gemeinsam mit dem Fotografen Matthew Monteith realisierte. Es umfasst 45 Fotografien eines Wohnraums aus einem unveränderten Betrachtungswinkel und über den Zeitraum von einer Stunde festgehalten. Dabei verändert sich das Licht von Bild zu Bild und entfaltet eine einzigartige narrative Wirkung. Auf diese Weise scheint sich eine mysteriöse Handlung zu entspinnen, während der Betrachter wie durch ein Schlüsselloch wechselnde Details im Raum und einen rätselhaften Bewohner im magischen Zusammenspiel von Tages- und Kunstlicht beobachtet.

Als übergeordnetes Thema des Geschäftsberichts wählten Elizabeth Diller und ihr Kreativ-Team das eindrucksvolle Licht der sogenannten "Blauen Stunde" – einer kurzen Periode in der Dämmerung, am Scheitelpunkt zwischen Tag und Nacht. © Zumtobel Group/Marcus Crawford

Grafisches Konzept spielt mit Farbspektrum

Das Thema des Geschäftsberichts spiegelt sich auch im grafischen Konzept von Diller Scofidio + Renfro wider. Der Bericht besteht aus zwei Büchern in einem Schuber, jeweils im Format 280 x 370 Millimeter. Der Unternehmensband zeigt Seite für Seite einen Farbverlauf von Tiefblau zu Hellblau, während sich die Schrift kontrastierend dazu von Hellblau zu Dunkelblau verfärbt.

Das Buch beinhaltet den Brief des CEO, Berichte der drei Marken Zumtobel, Thorn und Tridonic sowie Auszüge aus dem Lagebericht und dem Konzernabschluss. Außerdem befindet sich in der Mitte des Unternehmensteils ein zweites kleineres Buch, in dem sich Elizabeth Diller, Paul Marantz von Fisher Marantz & Stone sowie Klaus Vamberszky, Chief Technology Officer der Zumtobel Group zu einem Round-Table-Gespräch zusammenfinden. Dabei diskutieren die Architektin, der Lichtplaner und der Lichttechniker über das Geheimnis der "Blauen Stunde", die Definition von natürlichem und künstlichem Licht sowie über Unterschiede zwischen konventionellen Leuchtmitteln und LED.

Matthew Monteith arbeitet seit Jahren eng mit Diller Scofidio + Renfro (DS+R) zusammen. Zu den renommiertesten Architekturprojekten des Designstudios zählen die "High Line" und das "Lincoln Center" für darstellende Kunst in New York sowie "The Broad" Museum in Los Angeles. Die Gründer des Studios, Elizabeth Diller und Ricardo Scofidio, wurden von der MacArthur Foundation mit dem "Genius" Award ausgezeichnet, der außerordentliches Engagement für Themen mit sozialer Relevanz würdigt.

In der Mitte des Unternehmensteils befindet sich ein zweites kleineres Buch, in dem sich Elizabeth Diller, Paul Marantz von Fisher Marantz & Stone sowie Klaus Vamberszky, Chief Technology Officer der Zumtobel Group zu einem Round-Table-Gespräch zusammenfinden. © Zumtobel Group

Kunstbuch-Serie der Zumtobel Group feiert 25-jähriges Jubiläum

Vor genau 25 Jahren gestaltete der russische Architekt und Designer Mikhail Anikst den ersten künstlerischen Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1991/1992. Initiiert wurde dies durch Jürg Zumtobel, den damaligen CEO und heutigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Zumtobel Group AG. Damals wie heute ist der Grundgedanke dieser Kunstbuchserie der, auf Gruppenebene die enge Verbindung des Unternehmens zu Kunst und Kultur darzustellen und dabei eine Gestaltungssprache jenseits der Corporate Design-Richtlinien der einzelnen Marken zu schaffen.

So wurden über die Jahre verschiedenste Persönlichkeiten aus dem Netzwerk des Unternehmens eingeladen, den Geschäftsbericht nach ihren Vorstellungen und in Auseinandersetzung mit dem Thema Licht und dem Geschäft der Zumtobel Group zu gestalten. Anfangs wurden vor allem Grafiker wie Italo Lupi, Neville Brody, Per Arnoldi und Stefan Sagmeister mit der Umsetzung beauftragt. Danach folgten zunehmend Künstler wie Gerhard Merz, Siegrun Appelt, Olafur Eliasson, Anish Kapoor und James Turrell sowie Architekten wie Dominique Perrault, Hani Rashid / Asymptote, François Roche / Studio R&Sie(n), Sejima Kazuyo und Ryue Nishizawa / SANAA, David Chipperfield / DCA und Kjetil Thorsen / Snøhetta.

Damals wie heute ist der Grundgedanke dieser Kunstbuchserie der, auf Gruppenebene die enge Verbindung des Unternehmens zu Kunst und Kultur darzustellen und dabei eine Gestaltungssprache jenseits der Corporate Design-Richtlinien der einzelnen Marken zu schaffen. © Zumtobel Group